DOK LEIPZIG
INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR– UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Looking Like My Mother


Looking Like My Mother




KATALOGTEXT
Die Angst, der Mutter nicht nur ähnlich zu sehen, sondern auch krank wie sie zu sein, treibt die Filmemacherin in dieses Vorhaben – voll der Hoffnung, die Ursachen des Defekts zu finden. Denn was man erklären kann, lässt sich auch verhindern oder wenigstens kontrollieren. Jedoch eine Depression, das ist, als wenn Dämonen langsam Besitz von einem ergreifen. Für das Kind Dominique Margot ergaben die Vorboten und Zeichen von Panik und Paranoia keinen Sinn. So begann sie, sich aus den Elementen des „Ver-rückt-Seins“ eine Fantasiewelt zu kreieren, in der die Mutter zur Geisterkönigin avancierte.

Der Schwere des Themas setzt die Regisseurin die Leichtigkeit der Inszenierung entgegen. In diesem Roadmovie zurück in die Vergangenheit und zu sich selbst vermischt sie experimentierfreudig Spielszenen und surreale Momente mit Interviews. Ihre Fluchtbewegungen führten zum Punk, in die Ferne und ins Kino. Egal, der Familie entkommt man nicht. Was heute ein akzeptierter Befund ist, wurde seinerzeit, in den 1970er Jahren, kaum erkannt. Die Mutter kam aus einem Bergbauerndorf, wo es seit alters her schlicht hieß, die Schwermut sei etwas Angeborenes.

Cornelia Klauß
Credits
Originaltitel: Looking Like My Mother
Land: Schweiz
Jahr: 2016
Sprache: deutsch, englisch, französisch, schweizerdeutsch
Untertitel: englisch
Laufzeit: 78 min.
Format: DCP
Farbe: Colour and B&W
Regie: Dominique Margot
Produktion: Brigitte Hofer, Cornelia Seitler
Kamera: Simon Guy Fässler
Schnitt: Christof Schertenleib
Animation: Susanne Hofer
Ton: Peter Bräker, Jacques Kieffer
Musik: Peter Bräker
Buch: Dominique Margot
KONTAKT


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