DOK LEIPZIG
INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR– UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Bring the Jews Home


Bring the Jews Home




KATALOGTEXT
Wie lange müssen die Christen noch auf die Rückkehr des Messias warten? Wie erfüllt sich die Prophezeiung und durch wen? Zum Beispiel durch Koen Carlier. Davon ist der flämische Aktivist zumindest selbst überzeugt. Schließlich liefert die Bibel genaue Handlungsanweisungen: Bringt die Juden nach Hause, dann kommt auch der Messias. Im Namen der niederländischen Zweigstelle der Organisation „Christians for Israel“ beackert er deshalb seit über 20 Jahren die Ukraine, um alle dort verbliebenen Juden über ihr Recht (und eigentlich ihre Pflicht), nach Israel auszuwandern, aufzuklären. Sein Alltag sieht aber wenig glorreich aus und ähnelt dem eines Handlungsreisenden. Auf seinen Touren durch unterentwickelte Regionen stößt er auf gastfreundliche, aber auch skeptische Menschen. Der eine beruft sich auf seinen hohen Blutdruck, der andere will lieber nach Deutschland. Carlier predigt mit sanfter Strenge und unerschütterlichem Enthusiasmus weiter: Niemand bleibt in der Diaspora zurück, ob er will oder nicht.

Mit Maidan und dem Ausbruch des Ukraine-Konfliktes vollzieht sich in seinen Augen eine endgültige Wendung. Alle Zeichen und Symbole stehen auf Armageddon. Hier ändert der Film selbst seine Richtung radikal – vom Porträt eines verirrten Familienvaters zum Psychotrip. Mit voller Bildkraft voraus schraubt er sich in die gefährliche Gedankenwelt eines religiösen Fundamentalismus christlicher Fasson.

Lars Meyer
Credits
Originaltitel: Breng de Joden thuis
Land: Niederlande
Jahr: 2016
Sprache: englisch, niederländisch, ukrainisch
Untertitel: englisch
Laufzeit: 56 min.
Format: DCP
Farbe: Colour
Regie: Eefje Blankevoort, Arnold van Bruggen
Produktion: Iris Lammertsma, Boudewijn Koole
Kamera: Ton Peters
Schnitt: Patrick Schonewille
Ton: Alex Tugushin, Mark Glynne
Musik: Harry de Wit, Stan Verberkt
KONTAKT


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