DOK LEIPZIG
INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR– UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Seeing Voices


Seeing Voices


KATALOGTEXT
Vor elf Jahren wurde die Österreichische Gebärdensprache verfassungsrechtlich als „eigenständige Sprache“ anerkannt. Doch von einem barrierefreien und damit inklusiven Alltag für Gehörlose ist man auch hier noch weit entfernt. Das gilt für den einfachen Gang zum Arzt ebenso wie für den Schulbesuch.

„Seeing Voices“ zeigt eine Welt, die für die Hörenden oft unsichtbar bleibt – allein schon dadurch, dass in diesem Film mehr gebärdet als gesprochen wird. In konzentrierten Bildern sensibilisiert er auf informative und unterhaltsame Weise für unterschiedliche Lebenssituationen, für die Gehörlose besondere Kommunikationsstrategien ausbilden müssen. Wie verständigt man sich etwa bei einem Tanzkurs? Welche Rolle kommt dem hörenden Kind eines gehörlosen Paares zu? Und wie sieht der Alltag einer gehörlosen Politikerin aus? Einer der eindrücklichsten Erzählstränge begleitet einen Berufsorientierungskurs für Gehörlose und zeigt später eine Teilnehmerin beim Praktikum in der Schneiderei. Angst und Scham darüber, sich nicht immer verständlich machen zu können, vermischen sich hier mit dem Spaß an der Sache und einem ganz besonderen Humor. Sehr deutlich wird, wie wichtig für die Jugendlichen neben der Fachkompetenz auch die Herausbildung einer eigenen Identität ist. Die Gebärdensprache ist dafür der Schlüssel. Es lohnt also, sich darauf einzulassen. Gerade als visuelle Erfahrung im Kino.

Lars Meyer
Credits
Originaltitel: Seeing Voices
Land: Österreich
Jahr: 2016
Sprache: deutsch, Österreichische Gebärdensprache
Untertitel: deutsch, englisch
Laufzeit: 93 min.
Format: DCP
Farbe: Colour
Regie: Dariusz Kowalski
Produktion: Oliver Neumann, Sabine Moser
Kamera: Martin Putz
Schnitt: Dieter Pichler
Ton: Atanas Tcholakov, David Almeida Ribeiro, Stefan Rosensprung, Tong Zhang, Klaus Kellermann
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