DOK LEIPZIG
INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR– UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Der zweite Anschlag


Der zweite Anschlag




KATALOGTEXT
Ibrahim Arslan überlebte als Kind den Brandanschlag auf sein Elternhaus in Mölln, bei dem drei Mitglieder seiner Familie starben. Heute sagt er, seine Familie habe nicht nur einen, sondern zwei Anschläge erlitten. Nachdem die Molotowcocktails erloschen waren, wurden die Arslans ein weiteres Mal zum Ziel von Attacken: aus Medien, Politik und Gesellschaft. Diese Attacken waren schlimmer als die Brandsätze, denn sie wären vermeidbar gewesen, sagt Arslan.

Mala Reinhardt fragt in ihrem Film, warum viele Opfer rechtsradikaler Gewalt bis heute die gleichen Erfahrungen machen müssen, angefeindet und kriminalisiert werden. Mit beeindruckender Klarheit analysieren die Betroffenen, die sich inzwischen untereinander vernetzt haben, welche Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass Rassismus hierzulande noch immer gesellschaftsfähig ist. Nun gilt es, zuzuhören.

Luc-Carolin Ziemann


Lobende Erwähnung ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Nominiert für den Filmpreis Leipziger Ring und den Young Eyes Film Award

Credits
Originaltitel: Der zweite Anschlag
Land: Deutschland
Jahr: 2018
Sprache: deutsch, türkisch
Untertitel: englisch
Laufzeit: 62 min.
Format: DCP
Farbe: Colour
Regie: Mala Reinhardt
Produktion: Kate Blamire, Benjamin Cölle, Katharina Degen, Patrick Lohse, Mala Reinhardt
Kamera: Patrick Lohse, Katharina Degen
Schnitt: Federico Neri
Ton: Kate Blamire, Gerald Mandl
Musik: Macarena Solervicens
KONTAKT


Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautorinnen und -autoren geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig 2018 müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.