DOK LEIPZIG
INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR– UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Was kostet die Welt


Was kostet die Welt


KATALOGTEXT
Bis 2008 war die Kanalinsel Sark, westlich der Normandie gelegen, Europas letzter feudalistisch organisierter Fleck. Direkt der britischen Krone unterstellt, sieht es hier zuweilen aus, wie man sich ein englisches Gemütlichkeitsidyll vorstellt: steile Kippen, grüne Auen, wollige Schafe, niedrige Häuschen und brusthohe, pflanzenumrankte Steinmäuerchen. Die etwa 600 Insulaner, die ihr eigenes Parlament wählen und ihre eigenen Gesetze haben, lebten über Jahrhunderte nach autonomen Regeln und autonomen Vorstellungen von Gemeinschaft, Besitz und Recht.

Diese Tradition aber wurde jäh zertrümmert, als zwei milliardenschwere Brüder begannen, juristisch gegen die Gesetze und Parlamentsbeschlüsse von Sark vorzugehen und Stück für Stück der Insel aufzukaufen. Was mit Rechtstreitigkeiten begann, setzt sich bald in Kampagnen und Szenarios von unterschiedlicher Herkunft fort, durch die sich die Kritiker der Tycoons verleumdet, bedroht und erpresst fühlen. Sark wurde so zum Schauplatz eines geradezu abstrusen modernen Medien, Finanz- und Machtkonfliktes.

Aus dem Off rekapituliert Bettina Borgfeld mit zuweilen fragender, teils nüchterner, teils emotionaler Stimme die Entwicklung und den Hergang einer unglaublichen Auseinandersetzung in Zeiten des globalen Finanzkapitalismus - einer Auseinandersetzung, die sich stellenweise anhört wie der Plot einer Netflix Serie.

DOK Leipzig / Lukas Stern


Nominiert für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts und den Filmpreis Leipziger Ring

Credits
Originaltitel: Was kostet die Welt
Land: Deutschland
Jahr: 2018
Sprache: deutsch, englisch
Untertitel: deutsch, englisch
Laufzeit: 91 min.
Format: DCP
Farbe: Colour
Regie: Bettina Borgfeld
Produktion: Thomas Tielsch (Filmtank GmbH)
Kamera: Marcus Winterbauer, Bettina Borgfeld, Börres Weiffenbach
Schnitt: Franziska von Berlepsch, Mechthild Barth
Musik: Daniel Sus, Peter Gabriel Byrne
Ton: Ulla Kösterke, Oliver Stahn, Johannes Schmelzer-Ziringer, Moritz Jonas Springer
Buch: Bettina Borgfeld
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